Walter Oskar VATERL - die Verabschiedung am 10. September 2022

Das, was an Walter Vaterl sterblich ist, war am
Freitag, 09. September 2022 und
Samstag, 10. September 2022

in der Aufbahrungshalle Lieboch zur allgemeinen Abschiednahme aufgebahrt. Viele - aus Lieboch, Mooskirchen oder anderen Gemeinden - war dorthin gekommen, um ein letztes Mal ihre Erinnerungen zu teilen, ihren Dank abzustatten und/oder auch der Trauerfamilie die Anteilnahme auszusprechen.

Die

VERABSCHIEDUNG des Verstorbenen

fand am Samstag, 10. September 2022 in der Pfarrkirche Lieboch statt.
Auch dort hatten sich mit der Trauerfamilie viele Verwandte, Nachbarn, Freunde oder Bekannte mit Abordnungen von FF Lieboch, sowie den Musikvereinen Lieboch und Jugendkapelle Mooskirchen eingefunden.

Pfarrer Lic. theol. Claudiu Budău
zelebrierte die Feier in sehr ansprechender Form, fand treffende persönliche Worte über Leben und Wirken des Verstorbenen und wandte sich auch berührend an die trauernden Angehörigen.
Die Gestaltung des Requiems besorgten

die sechs Enkelkinder des Verstorbenen,

die alle ein oder mehrere Musikinstrumente perfekt beherrschen, in einer Art und Weise mit Kompositionen von Walter Vaterl, wie man sie wohl ganz selten zu hören bekommt. Überzeugend vorgetragen, zu Ehren ihres Opas, den sie nicht nur sehr liebten, mit dem sie sehr viel teilten und ihm auch immer große Freude bereiteten, weil sie alle ihre Instrumente - Geige, Querflöte, Cello, Klavier - wirklich großartig zu bedienen imstande sind.
Dazu hat auch das Mandolinenorchester Giocoso Werke vorgetragen, die aus der Feder von Walter Vaterl stammen und Gesangsbeiträge durch Elisabeth Artner verliehen der Feier besonderen Glanz.
Auch in den Fürbitten - vorgetragen von Enkelkindern - kam zum Ausdruck, welch innigen Bezug sie zu ihrem Großvater hatten, wie sehr sie um ihn trauern.

Das Leben des Verstorbenen skizzierte dann Sohn Walter.
Zum dem was schon bekannt war oder ist, war die Rede von der Betriebsübernahme der ehemaligen "Koller-Mühle", wo ein Nachfolger nicht zur Verfügung stand. Walter absolvierte die Lehre als Müller, um entsprechende Voraussetzungen zu haben und führte den Betrieb, war doch seine Mutter eine Koller-Tochter.
  Sehr früh, als junger Mann, kam Walter Vaterl mit der Musik, insbesondere der Blasmusik, in Berührung. In der BAUERNKAPELLE Mooskirchen spielte er die Posaune. Sein außergewöhnliches Talent machte den Besuch des Konservatoriums in Graz möglich. Fünf Fächer belegte er dort, übte und bildete sich gut und weiter.. Nicht nur das Spiel, mehr noch das Komponieren behagte ihm.
Bald schrieb er seine erste Messe, führte sie in Mooskirchen auf. Weitere Messen und viele weitere Schöpfungen - zu Ereignissen in Lieboch, Mooskirchen - sollten in den Jahren bis 2000 folgen (etwa "Lieobch 2000" - zur Millenumsfeier; "Credo" - Chrowerk zur Orgerlweihe, uraufgeführt durch Chor Prima Musica; "Störche aus Lieboch" - gewidmet den Storchenbäckern Zoglmeier; "Liebocher Markttage" - zur Eröffnung der Veranstaltungshalle Lieboch; Walzer "am Lusenbach", Uraufführung durch Orchester Giocoso; "Kainachtal-Symphonie", Aufführung durch alle Mooskirchner Kulturvereine; und viele andere mehr).
Insgesamt, so war zu hören, verfasste der Verstorbene mehr als 100 Werke, vornehmlich für Blasmusik, auch für Streichorchester oder Kleingruppen.
  1958 ehelichte Walter in Mooskirchen Martha Saurugg aus Gießenberg (vlg. Natterbauer); Tochter Marietta und Sohn Walter wurden 1959 geboren.
  Ab 1960 war der Lebens- und Arbeitsmittelpunkt in Lieboch.
Schicksalshaft das Jahr 1979, als eine böse Tumorerkrankung mit lediglich kurzer Lebenserwartung festgestellt wurde. Die schwere Operation brachte Beeinträchtigungen, denen er sich hartnäckig widersetzte, arbeitete soweit es möglich war und komponierte unaufhörlich.
  Seinen Lebensabend verbrachte Walter Vaterl in Gießenberg. Mehr und mehr stellten sich gesundheitliche Beeinträchtigungen ein. Liebevolle Pflege wurde ihm durch Gattin Martha und die gesamte Familie gewährt. Die letzten Wochen verbrachte er in der Albert-Schweitzer-Klinik in Graz, wo alles für ihn getan wurde. Am Montag, 29. August 2022 ist er dort friedlich entschlafen.

Für die Marktgemeinden Lieboch und Mooskirchen war
Bgm. Engelbert Huber
gebeten, den NACHRUF zu halten.
Er würdigte Leben und Wirken sehr anschaulich, war es ihm doch gegönnt, viele Jahre und Stationen des Verstorbenen in unterschiedlichen Funktionen - von der Kindheit, Jugendzeit, den Beruf bis in die letzte Zeit - zu begleiten.
Den beiden Gemeinden und Gemeinschaften
Mooskirchen - vom Säugling bis zum jungen Ehemann, in den Jahren des Alters
und
Lieboch - in der "Blüte" seiner manuellen Tätigkeiten ab 1960
war sein Tun und Handeln gewidmet.
Immer, so der Bürgermeister, sei er von der Liebenswürdigkeit, seinem Humor, dem verschmitzten Lächeln und seiner Großherzigkeit - wohl von seinen Eltern Dr. Walter und Anna Vaterl in die Wiege gelegt - überrascht worden.
Walter Vaterl, den die Muse küsste, war es bestimmt, ihm angeboten und auch ermöglicht, bei Kapazitäten der Musik am Konservatorium Unterricht zu nehmen. Das nahm er in einer Weise an, die ihn dann befähigte, zu verschiedenen Anlässen in beiden Gemeinden, für deren Vereine, Werke aus eigenem Antrieb zu schaffen, die große Freude bereiteten und nahezu immer als Überraschung zum Anlass überreicht wurden.
Vor allem die Zeit nach 1979, als manuelle Tätigkeiten nur eingeschränkt möglich waren, ermöglichte ihm die "geistige Arbeit", das Komponieren, in den Vordergrund zu stellen.
Aber auch alles, was rund um ihn, bei Nachbarn, in Vereinen oder Gemeinden geschah, wurde aufmerksam beobachtet. So in Mundart oder Schriftform "zu Papier" gebracht. Gedichtbände geben davon Zeugnis. Oder sind beispielsweise in den Erinnerung der Lipizzanerheimat festgeschrieben.
Alles, was sich in den Gemeinden tat, wurde penibel betrachtet und aufgezeichnet. Dort oder da, mit einem Leserbrief, kritisch betrachtet. Und er spendete den Verantwortungsträgern für ihre Mühen immer auch Lob. Das machte ihn so anders, so außergewöhnlich - einfach sympathisch.
Für alles - das Menschschein, das Miteinander, das umfangreiche Wirken - entbot der Bürgermeister, in enger Absprache mit seinem Amtskollegen Bgm. Stefan Helmreich, Marktgemeinde Lieboch, Dank und Anerkennung.
Wenn auch die Stimme von Walter Vaterl verstummt ist, so Bgm. Huber zum Schluss, seine STIMMEN, seine vielen MELODIEN werden nicht nur weiterleben, sie werden intoniert und quasi als sein Vermächtnis weiter zur Freude vieler zu hören sein. So, wie das seine Enkelkinder in Perfektion heute zum Ausdruck brachten.

Im Anschluss an die letzte kirchliche Einsegnung nahmen die vielen Begräbnisteilnehmer am Sarg Abschied.
Die Urne des Verstorbenen wird im Familiengrab am Ortsfriedhof Mooskirchen beigesetzt.

"Vergelt's Gott unserem begeisterten Weststeirer Walter Vaterl!"

Ruhe in Freude und Frieden.


in Erinnerung



01.09.2022, Walter Oskar VATERL - ein begeisterter Mooskirchner ist nicht mehr

Tief erschüttert müssen wir die Nachricht vernehmen, dass mit

Walter Oskar VATERL

ein

begeisterter Mooskirchner, ein wahrer Freund unserer Kulturvereine und des Marktes

am Beginn dieser Woche - 29. August 2022 - von dieser Welt abberufen wurde.

Dem Bürgermeister war es zur Vollendung des 85. Lebensjahres des nun Verstorbenen noch gegönnt, das eine und andere über und von Mooskirchen, über sein großartiges Tun als Komponist zu besprechen.
Obwohl er damals körperlich schon sehr geschwächt war, war es ihm Anliegen, vieles zu er- und hinterfragen. Auch von Plänen, Ideen zu Kompositionen zu formen, war die Rede.

Daneben erzählte er voller Stolz, dass ihm alle Informationen sehr wichtig sind, er sich nicht scheut, kritisch seine Meinung zu sagen und das öffentlich zu machen.
Nein, er war auch einer - der wenigen - die öffentlich, DANK und ANERKENNUNG für das Wirken öffentlicher Mandatare zum Ausdruck brachte. 

Walter Vaterl war immer ein großartiger, hilfsbereiter, umgänglicher Mensch.
Egal wo man mit ihm zu tun hatte, er erwies sich als überaus korrekt, fast ist man geneigt zu sagen, vornehm war sein Handeln. Sein Umgang mit jedem einzelnen.
Jahrzehnte hatte er tagtäglich mit vielen Kunden zu tun. Bemühte er sich, allen noch so vielfältigen Wünschen gerecht zu werden, die bestellten Waren pünktlich und sicher zum Kunden zu bringen.
In diesem Zusammenhang vergessen wir nicht seine große Bereitschaft, für die Mooskirchner Kulturvereine oder mit ihnen Kompositionen zu "verwirklichen". Die Zusammenarbeit mit Gerlinde Hörmann, mit dem Chor "pro musica", dem Männergesangverein und auch der Jugendkapelle, der er mehrere Werke "geschenkt" hat, bleiben unvergessen. Sie nehmen wir als seinen Schatz, als eine Geschenke an die Kulturschaffenden Mooskirchens. Vielen noch im Ohr dürften auch Melodien sein, die seiner Feder zum Jubiläum "25 Jahre Kindergarten" und den damals aufgeführten Zirkusvorstellungen entstammen. 
Lediglich sein Wunsch, eines seiner Werke durch alle Kulturvereine aufführen zu lassen, kam nicht mehr zur Umsetzung.

Seinen Lebensabend verbrachte unser geschätzter Mitbewohner beim vulgo Natterbauer in Gießenberg.
Dort kam er mit vielen ins Gespräch, teilte er sich auf die eine oder andere Art immer wieder mit.

Unsere tiefe Anteilnahme gilt Gattin Martha, den Kindern Marietta und Walter mit ihren Familien.

Wir behalten Walter Vaterl als einen "großen Mooskirchner" - so wie Karl Schabl, Josef Tanzer, Johann Hauswirth, Ludwig Zorn u.a. - gerne in unserer Erinnerung und bewahren auch ihm ein ehrendes Gedenken.


die Parte


Walter Vaterl - sein Leben und Wirken; auch Presseberichte

die WOCHE Voitsberg berichtet:  Komponist Walter Vaterl: Verabschiedung von einem großen Weststeirer - Voitsberg (meinbezirk.at)

dem Bericht der Kleinen Zeitung, WESTSTEIER ist nichts hinzuzufügen:
https://www.kleinezeitung.at/steiermark/weststeier/6184537/Trauer-um-Weststeirer_Komponist-Walter-Vaterl-im-86-Lebensjahr